Diese Zusammenstellung der Dinge, die man beim POTS vermeiden sollte, basiert v. a. auf Informationen aus dem Dysautonomia Information Network.

Ablation des Sinusknoten

Eine Ablation des Sinusknoten ist bei POTS Patienten kontraindiziert. Hyperadregenes POTS und Sinustachykardie sind manchmal nur schwer zu unterscheiden. Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist eine stärkere Steigerung der Herzrate bei Haltungsänderung zur aufrechten Position bei POTS und ein Herzschlag der in Ruhelage eher unter 100 Schläge pro Minute liegt. Während sich die Herzrate bei überstarker Sinustachykardie in Ruhelage meist über 100 befindet und der Anstieg des Noradrenalinspiegels beim Aufstehen geringer ausfällt als bei POTS Patienten. Die Ablation des Sinusknoten kann wohl bei überstarker Sinustachykardie angebracht sein, aber nicht wenn POTS die Ursache für die Sinustachykardie ist. Hier kann dieser Eingriff langfristig zu einer Verschlechterung des Zustand führen.

Alkohol

Alkohol verstärkt venöses Pooling, d. h. es versackt mehr Blut, zudem wird wegen des diutretischen Effekts von Alkohol vermehrt Flüssigkeit ausgeschieden. Dadurch werden die Symptome verstärkt.

Anästhesie

Vor Operationen muss unbedingt der für die Narkose zuständige Arzt darüber informiert werden, dass ein POTS besteht (genaueste Überwachung der Herzfunktion, mehr IV-Lösung als normal).

Tief nach vorne beugen

Besser beim Aufheben von Dingen etc. die Knie beugen und in die Hocke gehen, als sich nach vorne überbeugen.

Ballons aufblasen

Ist ähnlich dem Valsalva Manöver und verstärkt in manchen Betroffenen die Symptome (Leider ebenso Blasintrumente, bei manchen sogar Singen).

Im Bett bleiben

Nach einer Nacht mit schlechtem Schlaf oder sonstiger Müdigkeit besser nicht im Bett liegen bleiben, so verführerisch es auch sein mag. Sondern zur geplanten Zeit aufstehen. Falls es nicht anders geht, evtl. mittags ein Nickerchen machen, aber nicht länger als 30 Minuten, dazu den Wecker stellen. Falls der Schwindel es nicht erlaubt aufzustehen, nicht den ganzen Tag wegdösen, sondern sich beschäftigen und unbedingt im Bett gymnastische Übungen machen (siehe Trainingsplan). Geschieht dies häufiger, dann mit dem Arzt die Medikamente (Dosis, Art) anpassen und über IV-Hydrierung nachdenken.

Dehydration

In den Zustand der Dehydration zu kommen, ist bei Pots unbedingt zu vermeiden. Immer ausreichend trinken!

Ärzte, die nichts über POTS wissen und nichts wissen wollen

Nicht alle Ärzte haben in ihrer Ausbildung oder in ihrer Tätigkeit vom Pots gehört. Das ist nicht ungewöhnlich. Problematisch wird es aber dann, wenn sie sich auch nicht fundiert darüber informieren wollen und/oder die berichteten Symptome allein als Folge einer Angststörung oder Dekonditionierung einordnen und sich jeder weiteren Abklärung von vorneweg verweigern. Diese Ärzte frustrieren natürlich und werden nicht helfen können. Deshalb unbedingt den Arzt wechseln.

Riesige Portionen beim Essen 

Bei manchen Betroffenen versackt nach einem üppigen Essen zuviel Blut in den Eingeweiden. Dies verstärkt dann die Symptome. Bei manchen reicht schon eine für Gesunde normale Portion. Es muss dann auf kleine Potionen und leicht verdauliche Nahrung geachtet werden.

Energy Drinks

Energy Drinks (Red Bull, zu viel starker Kaffee, etc) mit ihrer starken Wirkung auf das Kreislaufsystem werden oft von Pots-Betroffenen schlecht vertragen.

Körperliche Anstrengung

Viele Betroffene fühlen sich schon während der Antrengung (Sport, Treppensteigen, Gartenarbeit…), aber oft auch noch lange Zeit danach, sehr erschöpft. Die Erhohlungszeit ist viel länger als bei Gesunden. Deshalb sollten starke Anstrengungen vermieden werden. Sportliches Training ist zwar gesund, gerade für POTS-Betroffene, doch es muss mit Bedacht und mit ärztlicher Beratung ausgeführt werden (siehe Seite Trainigsplan). Wildes Trainieren bis zum Zusammenbruch führt aufgrund der langen Erhohlungszeit nicht zu mehr Fitness, sondern kann zu einer weiteren Dekonditionierung und damit Verstärkung der Symptomatik beitragen.

Abklärung von möglicher Myalgischer Enzephalomyelitis nötig (PENE = Post-exertional neuro immune exhaustion = neuroimmune Entkräftung nach Belastung ist das Kaedinalsymptom der ME, messbar mit einem zweitägigem kardiopulmonalen Exercise-Test oder mit einem Genexpressionstest nach einmaliger Belastung.)

Müdigkeit

Müdigkeit ist für viele vom POTS Betroffene ein Dauerzustand. Doch kann die Müdigkeit venöses Pooling verstärken. Deshalb ist es wichtig, für ausreichend Entspannung und Ruhe im Leben zu sorgen. Die Belastungsfähigkeit ist in der Regel geringer als bei Gesunden, dies zu ignorieren führt dazu, dass sich der Betroffene noch schlechter fühlt.

Blutspenden

Alles was die Blutmenge verringert, ist zu vermeiden. Notwendige Blutuntersuchungen sind ok., aber bitte kein Blut und auch kein Plasma spenden.

Hitze

Hitze verstärkt venöses Pooling und Vasodilation und kann daher die Symptome verstärken (Sauna, heißes Baden oder Duschen, Sonnen, Heiße Tage, heiße Arbeitsstätte) (Grubb & Karas, 1999).

Arme hoch halten und Sachen hochheben

Das Hochheben der Arme bedeutet für das Herz, dass es mehr Blut nach oben Pumpen muss und dies kann für manche Betroffene schon eine zu große Anstrengung bedeuten. Es kommt dann zu einer Verstärkung der Tachykardie. Ähnliches passiert beim Hochheben von Dingen, besonders schwerer Sachen.

Sinnesüberreizung

Eine Überreizung der Sinne (Lärm, Geruch, helles Licht) verstärkt für manche Betroffene die Symptome des POTS. Dann kann die Sinnesüberreizung der Auslöser für einen präsynkopen Zustand oder sogar einen Kreislaufkollaps sein.

Medzinisch wirksame Stoffe

Viele Medikamente oder Bestandteile haben einen Effekt auf den Kreislauf, deshalb alle Medikamente, auch frei verkäufliche, immer erst mit dem Arzt, der auch vom POTS weiß und sich damit auskennt, absprechen.

Beispiele:

Stress

Die Symptome vom POTS werden oft von Stress verstärkt. Der Körper passt sich ständig seiner sich wandelnder Umwelt an, sei es chemischer, physischer oder psychischer Natur, dies bedeutet Stress.  Vom POTS Betroffene verarbeiten manchmal den Stress nicht so gut, denn ihr autonomes Nervensystem reagiert über oder fehlerhaft. Einige haben sowieso erhöhte Noradrenalinspiegel im Blut und dies ist ein Stresshormon. Zusätzlicher Stress wird dann nicht so gut vertragen.

Flugreisen

Flugreisen stellen eine besondere Herausforderung für vom POTS Betroffene dar. Im Flugzeug ist es nicht einfach immer ausreichend hydriert zu sein und ein Pooling in den Beinen zu vermeiden. Also, beim Flug immer darauf achten genug zu trinken (auch wenn man dann auf diese bizarren Toiletten gehen muss), Kompressionsstrümpfe anziehen (auch wenn man es sonst nicht tut), soviel wie möglich die Beine bewegen und auch aufstehen (sich nicht von den ärgerlich blickenden Stewardessen beeindrucken lassen, am besten wäre natürlich ein Sitz vorne, da wo man die Beine ausstrecken und in die Luft halten kann).

Links zu Anästesie

Postural orthostatic tachycardia syndrome: anesthetic implications in the obstetric patient:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Retrieve&dopt=
AbstractPlus&list_uids=17179264&query_hl=1&itool=pubmed_docsum

Anaesthetic management of a parturient with the postural orthostatic tachycardia syndrome: a case report:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=
pubmed&dopt=Abstract&list_uids=16698864&query_hl=1&itool=pubmed_docsum

Preoperative considerations in a patient with orthostatic intolerance syndrome:
http://journals.lww.com/anesthesiology/pages/articleviewer.aspx?year=2000&issue=08000&article=00041&type=fulltext

Autonomic dysfunction – anaesthetic management
http://www.anaesthetist.com/anaes/patient/ans.htm

Postural orthostatic tachycardia syndrome: anesthetic implications in the obstetric patient:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Retrieve&dopt=
AbstractPlus&list_uids=17179264&query_hl=1&itool=pubmed_docsum

Anaesthetic management of a parturient with the postural orthostatic tachycardia syndrome: a case report:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=
pubmed&dopt=Abstract&list_uids=16698864&query_hl=1&itool=pubmed_docsum

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