Small Fiber und POTS (AL Oaklander)

Hauptthema dieses im Folgenden übersetzten Diskussionsbeitrags von AL Oaklander (Forschungsgebiet Small Fiber) ist zwar nicht POTS, sondern Fibromyalgie und Small Fiber. Doch darin wird der für POTS evtl. relevante Zusammenhang mit Small Fiber Neuropathien kurz erklärt:

„…Diese Ansichten spiegeln wahrscheinlich das allzu verbreitete Unwissen über die diversen Funktionen der Small Fibers (SF) wieder. Tatsächlich innnervieren und modulieren diese unmyelierten und nur dünn myelierten Axone fast jedes Organ und Gewebe, inclusive der „tieferen proximalen Strukturen und sogar die Eingeweide“, auf diese sich Claw bezieht. Aufgrund der vielgestaltigen somatischen und autonomen Effekte, die von diesen omnifunktionalen Neuronen vermittelt werden, ist Schmerz nur eines von einer Vielzahl von Symptomen einer Small Fiber Polyneuropathie (SFPN). Und manche Patienten mit einer SFPN haben keine chronischen Schmerzen. Da physiologische Daten mehr als 50% der POTS Fälle mit SFPN in Verbindung bringen, erscheint das Beispiel POTS invalid. Doch Symptome einer Dysautonomie sind genauso charakteristisch für SFPN, wie Schmerzen. Zum Beispiel tritt bei 80% der Patienten mit SFPN ein abnormes Schwitzen bei Tests auf und bei 75% lässt sich eine verminderte Herzratenvariabilität nachweisen.

img_1835Pathologische Studien beweisen, dass Small Fiber Axonopathie zu einer abnormen Innervierung und zu Fehlfunktionen der kleinen Kapillargefäße führt. Neurogene Mikrovaskularpathie ist in SFPN, sowie in Fibromyalgie nachgewiesen worden. Und die daraus folgende Muskelischämie liefert eine gut nachvollziehbare logische Erklärung für die Minderdurchblutung der Muskeln, für die Tiefenschmerzen und die Sportintoleranz bei Fibromyalgie und SFPN. Zusätzlich kann die vaskuläre Dysregulation bei POTS/SFPN, durch eine Verringerung des cerebralen Blutflusses, die Funktion des höheren Cortex beeinträchtigten. Diese von Small-Fiber vermittelten Effekte auf das Gehirn, bieten eine plausible biologische Erklärung, für den mit Fibromyalgie verbundenen „Nebel im Gehirn“ (Brainfog). Es sollte daher getestet werden, ob dieser Brainfog in Patienten mit Fibromyalgie mit Mikrovaskularpathie durch SFPN, mit Hilfe von Strategien zur Verbesserung der Gehirndurchblutung, bei POTS und SFPN vermindert werden kann. Methoden dazu sind die Expansion des Blutvolumens durch vermehrte Salzzufuhr und die Einnahme von Fludrocortison, Verminderung des Versacken des Blutes in den Beinen mit Muskeltraining und Kompressionsstrümpfen, und medikamentöse Therapie mit Midodrin …“

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