Für alle vom POTS betroffenen ist es ganz wichtig einen positiven Befund beim Schellong- oder Kipptischtest (Head-up-Tilt Test = HUT) zu haben. Denn dann erst scheinen die Beschwerden auch den Stempel des „ist wirklich vorhanden, nicht nur eingebildet“ zu bekommen. Die andere, viel bekanntere und noch anerkanntere Störung ist die Orthostatische Hypotonie (OH). Auch diese lässt sich gut bei den oben erwähnten Tests nachweisen. POTS und OH werden unter Orthostatischer Intoleranz (OI) zusammengefasst.

Es gibt jedoch auch Menschen, die eine Symptomatik wie von POTS oder OH beschreiben, bei denen aber beim Schellong- oder Kipptischtest (HUT) weder eine Tachykardie über 30 Schläge, noch ein starker Abfall beim Blutdruck feststellbar ist. Ist bei diesem Personenkreis (OINH) nun alles nur eingebildet? Die Herzrate und der Blutdruck bleibt bei den Tests doch normal.

Forscher aus Korea sind dieser Frage nachgegangen. (Shin KJ, Kim SE, Park KM, Park J, Ha SY, Kim SE, Kwon O-Y. Cerebral  hemodynamics in orthostatic intolerance with normal head-up tilt test. Acta Neurol Scand: Doi: 10.1111/ane.12516. © 2015 John Wiley & Sons A/S. Published by John Wiley & Sons Ltd.
Department of Neurology, Haeundae Paik Hospital, Inje University, Busan, South Korea
Department of Neurology, School of Medicine, Gyeongsang National University, Jinju, South Korea)
Sie haben insgesamt 311 Personen untersucht und zwar 261 mit OI (33 mit POTS, 54 mit OH und 183 mit OINH) und 50 Gesunden als Kontrollgruppe. Folgende Tests wurden bei allen durchgeführt:

Transkranielle Dopplerultraschalluntersuchung der Gehirngefäße während des HUT, dabei Blutdruck, Herzrate, zerebrale Blutflussgeschwindigkeiten, endexspiratorisches Kohlendioxid, kritischer Schließdruck der zerebralen Durchblutung, zerebraler Perfusionsdruck, zerebraler Gefäßwiderstand

Dann wurden die Ergebnisse aller vier Gruppen miteinander verglichen. Dabei viel auf, dass Personen (OINH) mit normalem HUT und Orthostatischer Symptomatik eine veränderte Dynamik der zerebralen Durchblutung aufwiesen, und zwar vergleichbar mit der von Personen mit POTS und OH. Nur der zerebrale Perfusionsdruck und der zerebraler Gefäßwiderstand waren bei OH stärker vermindert. Deshalb gehen die Forscher davon aus, dass auch Personen, bei denen der Schellog- oder der Kipptischtest keine Auffälligkeiten zeigen, eine echte orthostatische Intoleranz haben können und es einen gemeinsamen Mechanismus mit POTS und OH gibt.

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