Ja, es gibt Forschung zu PoTS. Die Zusammenfassungen einer Reihe sehr interessanter Ergebnisse des 25th International Symposium on the Autonomic Nervous System werden seit dem 5.November auf der Facebookseite von Dysautonomia International veröffentlicht. Diese möchte ich im Blog in deutscher Übersetzung wiedergeben.

Die ersten beiden:

Salzstudie der Vanderbilt Clinic

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Forscher der Vanderbilt Clinic verglichen das Blutvolumen und den Noradrenalin-Spiegel des Blutplasmas in PoTS Patienten und gesunden Personen unter zwei verschiedenen Bedingungen. Die eine Gruppe bekam eine salzreiche Diät (300 mEQ Salz = 18 gr), die andere eine salzarme Diät (10 mEq). Bei PoTS Patienten war das gesamte Blutvolumen bei der salzreichen Diät  signifikant höher als bei Patienten mit salzarmer Ernährung.Im Gegensatz dazu, war bei der gesunden Kontrollgruppe das Gesamtblutvolumen bei salzarmer oder salzreicher Diät nicht signifikant verschieden. Der Noradrenalin-Spiegel und die Tachykardie  war bei den PoTS Patienten unter salzreicher Kost niedriger als bei salzarmer Diät, jedoch trotzdem höher als bei der gesunden Kontrollgruppe.

 Schlüsselergebniss: Mehr Salz in der Ernährung erniedrigt beim PoTS  den Noradrenalin Spiegel und die Tachykardie im aufrechten Stand!

Zitationsvorschlag: Clinical Autonomic Research (2014): 24:199-243. Effects of high sodium intake on blood volume and catecholamines in patients with postural tachycardia syndrome and healthy females. J.E. Celedonio, E.M. Garland, V.C. Nwazue, S.Y. Paranjape, B.K. Black, L.E. Okamoto, C.A. Shibao, A. Gamboa, I. Biaggioni, D. Robertson, A. Diedrich, S.R. Raj.

Autoimmuner Ursprung bei 1/3 der Patienten vermutet

Forscher der Mayo Clinic suchten in ihren Patienten Dateien von 2001 und 2006  nach Personen welche die Kriterien für PoTS erfüllten und deren Blutserum für weitere Tests gelagert wurde. Es wurden  33 Patienten zwischen 16 bis 52 Jahre alt, davon 87% weiblich,  in die Studie aufgenommen. Die Seren wurden nach organspezifischen Autoantikörper  durchsucht (Neurale Kationen Kanäle, Thyroglobulin, Thyroperoxidase, GAD65,  neural-spezifische Antikörper gegen Zellmembran, Kernbestandteile und Zytoplasma,  Skelettmuskel/Herzmuskel schädigende Auto-Antikörper…).

Bei 33% der  PoTS Patienten wurde mindestens einer dieser organspezifischen Autoantikörper gefunden, und 15% hatten mehr als einen davon. Hingegen konnte nur bei 4.4% der 161 gesunden, Kontrollgruppe von   Erwachsenen einer dieser Autoantikörper aufgespürt werden. Die Forscher schlossen aufgrund der serologischen Ergebnisse und der weibliche Prädominanz, dass  bei mindestens einem Drittel der Fälle ein organspezischer Autoantikörper als Grundlage für die Entstehung von PoTS in Frage kommt. (Anmerkung – andere Patienten haben vielleicht nicht-organspezifische Antikörper oder andere organspezifische Antikörper, für die aber in dieser Studie nicht getestet wurde. Deshalb könnte die tatsächliche Prozentzahl der Autoimmunerkrankungen in Wirklichkeit höher sein).

Die Forscher wünschen mehr  fokusierte Forschung zur Serumanalyse,  mit größerer PoTS-Patientenzahl, zur Bestimmung der Häufigkeit und Natur der neural-spezifischen Antikörper mit krankmachenden Potential.

Schlüsselergebniss: 33% der PoTS Patienten haben organspezifische  Autoantikörper, diese könnten der Hinweis auf einen autoimmunen Ursprung des PoTS bei mindestens  1/3 der Patienten sein.

Zitationsvorschlag: W. Singer, C.J. Klein, P.A. Low, V.A. Lennon. Autoantibodies in the postural tachycardia syndrome. Clinical Autonomic Research (2014): 24:199-243.

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