Tatsächlich gibt es eine neue Studie  (in Frontiers in Neurology | doi: 10.3389/fneur.2014.00118) zum POTS aus Deutschland mit dem Titel „Sleep disturbances and autonomic dysfunction in patients with postural orthostatic tachycardia syndrome“ (übersetzt: „Schlafstörungen und autonome Dysfunktionen in Patienten mit posturalem orthostatischen Tachykardie Syndrom“). Durchgeführt wurde diese Studie von Julia Mallien,  Prof. Dr. med. Stefan Isenmann, Anne Mrazek (alle an der Neurologie, HELIOS Klinikum Wuppertal, Universität Witten/Herdecke) und  Prof. Dr. med. Carl-Albrecht Haensch (Neurologie, Maria Hilf Kliniken, Mönchengladbach).

Schlaf, bzw schlechter Schlaf  ist, so glaube ich, für sehr viele vom POTS Betroffene ein ganz wichtiges Thema. In der Umfrage „Welche Symptome hast/hattest du“ gaben fast 2 Drittel (61%) an, dass sie Einschlaf/Durchschlafprobleme haben. Für meine Tochter kann ich sagen, dass das Nicht-mehr-Einschlafen-können und dann unerfrischt aufwachen, der restlichen POTS-Symptomatik einige Wochen (oder Monate?) vorausging und auch heute noch fühlt sie sich morgens niemals ausgeschlafen.

Natürlich dachten wir bei einem Kind am Ende der Pubertät, an eine zu dieser Altersstufe oft auftretende Verschiebung der Inneren Uhr. Doch es war extremer ausgeprägt als in ihrem Umfeld. Erst am späteren Nachmittag fühlte sie sich endlich einigermaßen wach. Dies ist auch noch heute meist so. Um nicht in einen Teufelskreis von Immer-später-ins-Bett-gehen, Immer-weniger-schlafen, um dann irgendwann zusammenzubrechen, zu geraten, hält sie sich an eine Reihe von Schlafhygieneregeln. Die wichtigsten sind:  Bett nur zum Nachtschlaf aufsuchen, Fernseher und Rechner um 20:00 aus, Aktivitäten beenden und Dunkelheit ab 21:15, dann nur noch Entspannungsübungen, Meditation, Hörbücher, regelmäßige Aufstehzeiten, auch am Wochenende vor 24:00 ins Bett und nicht zu spät raus. Und auch wir versuchen keinen unnötigen Lärm im Haus zu machen, denn sie schildert, dass sie sehr häufig, oft mehrmals hintereinander, kurz nach dem Einschlafen wieder aufwacht. Alles in allem, sehr uncool für eine Jugendliche, aber anders geht es gar nicht.
In dieser neuen Studie wurde das subjektive Empfinden der Schlafqualität und die gemessene Schlafqualität von 38 Personen mit POTS mit  einer im Alter und Geschlecht entsprechenden, aber gesunden Kontrollgruppe von 31 Personen verglichen. Das subjektive Empfinden wurde mit dem Pittsburgh Schlafqualitätsindex und dem Epworth-test zur Tagesschläfrigkeit  erhoben. In einem Schlaflabor der Helios Klinik in Wuppertal wurde dann der Schlafaufbau, die Herzrate und Herzratenvariabilität während jeweils einer Nacht aufgenommen.
Die Befragung der subjektiven Schlafqualität und Tagesschläfrigkeit von Patients mit PoTS zeigte, dass sie sich müder fühlten und schlechter zu schlafen glaubten als die Kontrollgruppe. Die Auswertung der im Schlaflabor gemessenen Parameter kam zum Ergebnis, dass es tatsächlich Hinweise auf eine schlechtere Schlafqualität bei von POTS Betroffenen gibt. So hatten sie  im Vergleich zu der gesunden Kontrollgruppe, einen größeren Anteil der  Schlafphase  Stadium II, also mehr leichten Schlaf und eine geringere Herzratenvariabilität in verschiedenen Schlafphasen. Die Forscher folgerten daraus, dass bei Schlafstörungen auch ein POTS die Ursache sein könnte.
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