Eine Schwierigkeit bei der Diagnose und Behandlung vom POTS ist, dass von ärztlicher Seite aufgrund einer nicht augenfälliger Ursache, zu schnell auf einen psychogenen Mechanismus geschlossen wird. Doch das POTS ist oft sekundär und daher wäre es sehr wichtig, alle mit dem POTS assoziierten Krankheiten auszuschließen. Die Betonung liegt auf  alle. Ich kann ja verstehen (wirklich?), dass eine wirklich umfangreiche Diagnostik  nicht nach kurzer Krankheitsdauer durchgeführt wird, aber oft zeigen sich die Symptome über einen langen Zeitraum.  Und dann nach einem Jahr (….) zu sagen, wir hatten ja damals nichts gefunden, also ist da nichts, kann nicht richtig sein.

Eine mögliche Verbindung vom POTS gibt es zum Antiphospholipid-Syndrom. In der Studie „Postural tachycardia sndrom (POTS) and autonomic disorders in antiphospholipid (Hughes) syndrome (APS)“ von Forschern aus den USA, Israel und Großbritannien wurde auf diese Assoziation eingegangen. Das Antiphospholipid-Syndrom (APS) ist weit verbreitet. Es kommt bei ca. 2-5% der Bevölkerung vor, die meisten davon sind Frauen, wird aber viel seltener diagnostiziert.

Neben den bekannteren Symptomen, wie vermehrtes Vorkommen von arteriellen und venösen Thrombosen und Embolien ( Lungenembolien, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Niereninfarkte, etc.),  mehrere Fehlgeburten  und Frühaborte, Verbrauch von Thrombozyten, dadurch paradoxe Blutungen, besonders in der Haut, kann sich das Antiphospholipid-Syndrom auch durch das POTS manifestieren.

Wann solltet ihr an das Antiphospholipid-Syndrom denken und euch auf die entsprechenden Antikörper untersuchen lassen?

Dr. Jill Schofield, erster Autor der oben genannten Studie, schlägt allen vom POTS Betroffenen vor, sich auf APS testen zu  lassen. Dabei ist laut Dr. Schoffield zu beachten, dass APS in der Ausprägung und damit auch die Nachweisfähigkeit im Blut, stark flukturiert und man nicht von einer plötzlichen Heilung ausgehen kann, auch wenn  eine zweite Untersuchung negativ ausfällt.  Es genügt daher der einmalige! Nachweis. Wird bei der ersten Laboruntersuchung nichts gefunden, sollte nachgetested werden. Zumindestens beim zusätzlichen Auftreten von folgenden Symptomen sollte auf APS getested werden:

  • Migräne,
  • Vergessen,
  • Gleichgewichtsprobleme,
  • Livedo Reticularis,
  • Raynauds´s Phenomen,
  • mehrere Fehlgeburten  und Frühaborte,
  • eine weitere Autoimmunerkrankung,
  • Probleme  der Blutgerinnung in der Familie oder
  • weitere Autoimmunerkrankung in der Familie.

 

 

Raynaud-hand2                               Screen Shot 2014-03-04 at 7.34.04 PM
Raynaud’s Phenomenon                                               Livedo Reticularis

Den großen Vorteil einer Untersuchung auf APS sieht Dr. Jill in der Früherkennung und Behandelbarkeit vom APS und damit auch vom POTS mit seit langem bekannten Medikamenten, wie Acetylsalicylsäure, Clopidogrel, Heparin,  Coumadin oder, wenn diese nicht die erhoffte Wirkung zeigen, mit regelmäßigen intravenösen  Immunoglobulin (IVIG – Therapie).

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s